Jetzt ist schon meine zweite Woche vorbei und die Zeit ist wie im Flug vergangen.
Das vergangene Wochenende (9. und 10.8.) waren wir, die "Neuen" aus alle. 3 Praktikaweltenhäusern unterwegs in Capecoast und Elmina. Begleitet wurden wir von unserem Praktikawelten Fahrer und Evelyn, der Koordinatorin von Haus 1. Alex, der einzige Mann zwischen 10 Mädels hat sich sehr gut an seine Rolle als Hahn im Korb gewöhnt.
Wir vier aus Haus 3, die wir ja auch gemeinsam angekommen waren verstehen uns ja sowieso gut und haben uns in unserer paradiesischen Unterkunft, Ko-Sa Resort einen Bungalow geteilt.
Der Ausflug begann morgens um halb 7, als wir abgeholt wurden. Um 7 waren alle eingesammelt und wir haben es uns in unserem Bus gemütlich gemacht für die Fahrt. Nach 3 Stunden haben wir in Capecoast, der Stadt, in der ich vor 3 Jahren zum Jugendaustausch gewesen bin, gefrühstückt. Direkt gegenüber vom Castle haben wir uns Pancakes schmecken lassen. Kurz nachdem wir dort angekommen waren hatte ich Benedicta angerufen, dass ich in Capecoast bin und sie ist echt vorbei gekommen um mich zu treffen. Sie hat sich total gefreut mich zu sehen, mir eine Kette und ein Armband als Willkommensgeschenk mitgebracht und mich zu sich nach Hause eingeladen.
Am ersten Septemberwochenende werde ich, zusammen mit Julia nochmal nach Capecoast fahren, um zum einen ein ghanaisches Fest zu besuchen und zum anderen Benedictas Familie zu treffen (ich freue mich schon!!!).
Nach dem Frühstück sind wir weiter gefahren ins Elmina Castle, um dort an einer Führung über den Sklavenhandel der Kolonialherren in Ghana teilzunehmen. Das erzählt zu bekommen war einerseits interessant, andererseits beklemmend.
Während unserer Führung fanden im Castle Dreharbeiten für einen Kinofilm über illegalen Sklavenhandel im 18. Jahrhundert statt (wir haben nachgefragt) ein (wir glauben dänisches) Filmteam hatte in einigen Räumen Requisiten aufgebaut und war dabei, die Kameras auf den dicken Mauern des Castles aufzubauen.
Von Elmina aus ging es nach Ko-Sa, wo wir den Rest des Tages am Strand verbracht und Abends ein sehr leckeres Abendessen hatten.
In Ko-Sa schläft man in bunten, strohgedeckten Bungalows unter Kokospalmen und hört das Meer am nahen Strand rauschen. Es ist dort wirklich traumhaft schön.
Umso trauriger waren wir, als wir am nächsten Morgen unsere Sachen nach dem Frühstück wieder zusammenpacken und uns vom Traumstrand verabschieden mussten, um weiter in den Kakum Nationalpark zu fahren, wo wir über den Canopy walkway gelaufen sind, in 40 Meter Höhe zwischen riesigen Urwaldbäumen auf Hängebrücken durch die Natur laufen. Auch mit dem Jugendaustausch vor 3 Jahren waren wir schon dort gewesen, konnten damals aber die Natur viel mehr genießen, da wir mit einer kleineren Gruppe auf den Brücken unterwegs waren.
Nach Kakum waren wir in Hans Cottage, einem Restaurant, dass auf Stelzen in einem See steht. In diesem See schwimmen Krokodile, die die Mutigen unter uns anfassen durften. Ich könnte drauf verzichten. Die Tiere waren riesig!
Nach dem Mittagessen dort sind wir zurück in unser Praktikawelten Haus gefahren.
Am Montag hatten Julia und ich dann unseren ersten vollständigen Tag im Projekt und haben direkt mit ein wenig Deutschunterricht anfangen können (die Lehrerin hat genauso viel Spaß dran wie die Kinder)
Zur Schule und unserem Unterricht habe ich ja im letzten Blogeintrag schon etwas geschrieben, deswegen spare ich mir weitere Berichte hier.
Montagnachmittag haben wir Franzi, eine der anderen Freiwilligen aus unserem Haus verabschiedet. Für jeden Abreisenden gibt es hier eine Abschiedszeremonie:
Jeder Hausbewohner schreibt dem Abreisenden einen Brief und der Abreisende jedem Hausbewohner ebenfalls einen.
Alle Hausbewohner versammeln sich für ein Foto auf der Terasse und es wird ein Lied zum Abschied gesungen.
Zur Melodie von "wer hat die Kokosnuss geklaut" wird gesungen:
Die ___ war schon lange da, die Zeit mit ihr war wunderbar, die ganze Ghanabande brüllt:
Wo ist die Zeit nur hin, wo ist die Zeit nur hin, wir sagen dir auf Wiedersehen, wo ist die Zeit nur hin, wo ist die Zeit nur hin, wir sagen dir auf Wiedersehen.
Ich finde diesen Brauch sehr schön, so hat man von jedem, mit dem man die Zeit hier verbracht hat, ein kleines Andenken.
Am Dienstag sind wir nach der Schule ins Accra Arts Center gefahren um Souvenirs einzukaufen. Man bekommt dort alles, was man sich an Mitbringseln aus einem afrikanischen Land vorstellen kann und wir haben die Zeit dort ausgiebig genutzt. Ich habe sehr schöne Sandalen für mich gekauft und dazu einige Mitbringsel, aber was verrate ich natürlich nicht :).
Nach mehreren Stunden, in denen wir mit den Verkäufern hartnäckig gehandelt haben, sind wir mit dem Bus zurück nach Hause gefahren und glatt im Feierabendverkehr gelandet (wobei hier eh immer viel auf den Straßen los ist) und haben anderthalb Stunden nach Hause gebraucht. Als wir angekommen sind waren wir fix und fertig.
Mittwochmittag hatten wir unser allwöchentliches Hausmeeting mit unserem Koordinator Samuel, doch viel gab es nicht zu besprechen. Nach dem Meeting hatten wir Cooking Lesson. Eine Köchin kommt dazu einmal im Monat extra in unser Haus und zeigt uns wie man einige typisch ghanaische Gerichte kocht. Auf unseren Wunsch hin gab es Red Red, mein Lieblingsessen hier in Ghana. Eine Art Bohneneintopf und dazu gibt es frittierte Kochbananen. Es ist eines der wenigen fleischfreien Ghanaischen Gerichte und ist nichtmal scharf, aber sehr lecker :).
Nach der Kochstunde haben Julia und ich mit Hilfe der Anderen unsere Zöpfe wieder rausgemacht, da es einfach zu sehr auf der Kopfhaut gejuckt hat und eh nicht gut für unsere Naturhaare war. Auf dem Tisch lag nachher ein riesiger Berg Kunsthaar und der Kopf war um einiges leichter.
Am Donnerstag hatten wir nachmittags unseren zweiten Abschied. Giuliana aus Österreich ist nach 4 Monaten in Ghana wieder nach Hause geflogen.
Am Freitag hat mich morgens die Lehrerin unserer Schule angerufen und gesagt sie sei krank und kein Kind würde zur Schule kommen, weshalb wir Montag erst wieder kommen müssten. Also haben wir gemütlich ausgeschlafen und uns am Nachmittag auf den Weg in die Accra Mall gemacht. Normalerweise ist die Strecke ohne Umsteigen zu schaffen, doch wir wurden vom Trotro- Fahrer veräppelt und durften uns, nachdem er uns nach einer Stunde Fahrt mitten in Accra abgesetzt hat mit einer Wegbeschreibung (weit und breit keine Mall) ein Taxi dorthin nehmen. Eine Stunde und 30 Cedi später waren wir endlich am Ziel angekommen. Dort waren wir mit Eric und einem seiner Bekannten verabredet, um die Kleider- und Geldspenden für das Waisenhaus in Kumasi abzugeben. Ich habe 230€ eingesammelt, beim aktuellen Wechselkurs von 1:5 ergibt das ca. 1150 Cedi für das Waisenhaus, eine riesige Summe, mit der dort hoffentlich viel geholfen werden kann.
Wir haben mit Eric Pizza gegessen und ein wenig durch die Läden gebummelt. Die Accra Mall ist ein Stück Europa mitten in Afrika. Voll klimatisiert, mit Birkenstock- Laden und China-Restaurant. Trotz allem waren wir nach 2 Stunden dort froh, zurück ins richtige Ghana zu kommen. Die Fahrt nach Hause hat problemlos funktioniert und nur eine Stunde gedauert.
Die anderen sind am Abend noch in einen Club gegangen, aber wir waren von unserem Ausflug so fertig dass wir ins Bett gegangen sind.
Dafür sind wir Samstagabend, nach einem Tag, den wir mit lesen und entspannen verbracht haben, nach Kokrobite an den Strand zur Reggae-Night gefahren. Es war so toll, bei Livemusik im Sand zwischen lauter Ghanaern sowie anderen weißen Urlaubern zu tanzen. Um Mitternacht hat die Band "Happy Birthday" gespielt und wir haben angestoßen, da Kathi, die zusammen mit mir angereist ist, Geburtstag hatte. Wir haben ausgiebig in ihren Geburtstag reingefeiert und waren erst um halb 4 zu Hause.
Dementsprechend haben wir heute erstmal ausgeschlafen und waren erst so gegen 12 Uhr mittags auf den Beinen. Wir mussten uns aber fertig machen und ein Geschenk vorbereiten, da wir auf einem weiteren Geburtstag eingeladen waren. Dem von Roda, der Tochter unserer guten Seele im Haus, Alice, die uns alle zur Party eingeladen hatte.
Es war sehr cool. Wir wurden freudig von Alice begrüßt und direkt mit Cola und Wasser versorgt. Auch am Buffet durften wir uns reichlich bedienen. Wir hatten Reis mit Egg-stew und ein wenig Salat. Egg-stew wird bald unser neues Lieblingsessen im Haus. Es ist einfach scharfe Tomatensauce mit Ei und Zwiebeln, also sehr einfach, aber von Alice gekocht sehr sehr lecker.
Da Kathi mitgekommen war und ebenfalls Geburtstag hatte, wurde sie kurzerhand eingeladen, die Geburtstagstorte mit anzuschneiden.
Nach einem Stück Kuchen haben wir uns jedoch verabschiedet, da wir noch an den Strand wollten, um mit allen Leuten aus unserem Haus beim Italiener dort Kathis Geburtstag zu feiern. Für Bella, Viola und Selina, die morgen abreisen war es dazu noch ein echt tolles Abschiedsessen. Wir hatten Bruscetta und Pizza in einem tollen Garten, es war ein richtig schöner Abend mit allen zusammen.
Das wars erstmal nochmal von mir, ich melde mich so bald wie möglich wieder.
Liebe Grüße aus Ghana,
Elise :)














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